Kategorie-Archiv: Blog

Blog oder Bauchladen?

Ein Blog übers Über­set­zen, Auto­bio­gra­fie schrei­ben, den Jour­na­lis­mus und gute CT_Passbild_finBücher aus aller Welt - ist das nicht eher ein Bauch­la­den? Ja und auch wieder nein, denn für mich sind diese Themen eng mitein­an­der verknüpft. Alle sind vermit­telnde, im weite­ren Sinne über­set­zende Tätig­kei­ten oder Phäno­mene. Sie vermit­teln zwischen Spra­chen, Kultu­ren, den Gene­ra­tio­nen, unter­schied­li­chen Erfah­rungs­wel­ten, zwischen Vergan­gen­heit und Gegen­wart, Nicht­wis­sen und Wissen. Also: Viel Spaß beim Lesen!

10.10. Buch­tipp: Adres­sat unbe­kannt
01.10. Lite­ra­ri­scher Welt­emp­fang: 35 Jahre litprom
11.09. Buch­tipp: Plötz­lich Enke­lin eines Massen­mör­ders
07.05. Trink­geld macht sexy
01.03 Über­set­zen ist…
15.02 Buch­tipp: Coole Eltern leben länger

 

Buchtipp: Adressat unbekannt

Deutsch­land um das Jahr 1933: Ange­legt als Brief­wech­sel zwischen einem Deut­schen und einem ameri­ka­ni­schen Juden um die Zeit von Hitlers Macht­er­grei­fung ist „Adres­sat unbe­kannt“ die drama­ti­sche Geschichte einer Freund­schaft, die von der poli­ti­schen Entwick­lung auf die Probe gestellt wird. Der Deut­sche ein Oppor­tu­nist und Nutz­nie­ßer des Systems, der Jude sein alter Freund, dessen Schwes­ter sich in Berlin aufhält und um deren Schutz er den Deut­schen bittet - das ist die Konstel­la­tion des sich schnell zuspit­zen­den Dramas dieses hell­sich­ti­gen Textes, der bereits 1938 im New Yorker „Story Maga­zine“ erst­mals veröf­fent­licht wurde.
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Buchtipp: Plötzlich Enkelin eines Massenmörders

Vom Buch­co­ver blickt dem Leser eine attrak­tive, selbst­be­wusste Frau entge­gen, die Barack Obamas Toch­ter sein könnte. Der Vater Afri­ka­ner, die Mutter die Toch­ter von Amon Göth, dem KZ-Kommandanten, der durch Steven Spiel­bergs Film „Schind­lers Liste“ welt­weit bekannt wurde: Als Jenni­fer Teege mit 38 Jahren per Zufall erfuhr, dass sie die Enke­lin eines Psycho­pa­ten und Massen­mör­ders war, stürzte sie das in eine tiefe Krise, die sie nur durch eine Reise in die Vergan­gen­heit über­win­den konnte. In „Amon. Mein Groß­va­ter hätte mich erschos­sen“ erzählt sie ihre Geschichte.
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Was ist eigentlich.….?

Verspro­chen ist verspro­chen und wird auch nicht gebro­chen.“ Upps und ich habe mir verspro­chen, wirk­lich jede Woche etwas in den Blog zu schrei­ben, zumin­dest am Anfang. Also gut. Ich habe gestern gleich drei neue deut­sche Worte gelernt: Bionik (was ist das eigent­lich genau?), Kolum­nis­ti­sches Mani­fest (wer schreibt denn so etwas?) und rabu­lis­tisch (das muss ich mir unbe­dingt merken).
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China (1): Verstörender Film über Smog zensiert

Manch­mal passiert etwas, was einen aufwa­chen lässt. Bei der chine­si­schen Jour­na­lis­tin Chai Jing war das die Geburt ihrer Toch­ter, die sie die Allge­gen­wär­tig­keit der Luft­ver­schmut­zung in ihrer Heimat in Frage stel­len ließ. Was ist Smog? Wo kommt er her? Und was können wir dage­gen tun? Diesen Fragen geht sie in ihrem für China unge­wöhn­lich inves­ti­ga­ti­ven Doku­men­tar­film Under the Dome (Unter der Glocke) nach. Am 28. Februar bewusst im Inter­net veröf­fent­licht, traf er offen­bar einen Nerv und wurde in nur zwei Tagen 120.000 Mal ange­schaut. Er drohte dem Natio­na­len Volks­kon­gress die Schau zu steh­len und löste eine große Debatte aus. So groß, dass die chine­si­sche Zensur ihn am 5. März verbot. Mehr lesen

Übersetzen ist…

“Über­set­zung ist wie eine Frau. Wenn sie schön ist, ist sie nicht treu. Und wenn sie treu ist, ist sie ganz sicher nicht schön.” Jewgeni Jewtuschenko

Über­set­zen ist…
…wenn das Unmög­li­che Normal­fall ist
Ein gut über­setz­ter Text kommt leicht­fü­ßig daher und wie aus Stein gemei­ßelt, als hätte er anders da gar nicht stehen können. Kurz, man sieht ihm nicht an, dass er eine Über­set­zung ist. Und auch nicht die Arbeit, die in ihm steckt. Aber wie mein Jour­na­lis­tik­pro­fes­sor in Mainz Volker Wolff immer so schön sagte, Schrei­ben geht nicht ohne Qual - dem Leser zuliebe. Und das ist auch bei der Über­set­zung so. Lesen Sie mehr

Buchtipp “Coole Eltern leben länger”

Wenn man Kinder hat, muss man Ratge­ber lesen. Und kriegt sie regel­mä­ßig geschenkt. Letz­tens habe ich von meinem “To-Read”-Stapel Suzanne Evans’ “Macchia­velli for Moms” gele­sen. Kurz gefasst rät die ameri­ka­ni­sche Auto­rin zur Nach­ah­mung ihres Selbst­ver­suchs, Kinder à la Macchia­velli dazu zu brin­gen, zu tun, was man will, während sie glau­ben, es selbst oder zumin­dest mit bestimmt zu haben. Mehr Spaß macht “Coole Eltern leben länger” von Teenager-Vater Wladi­mir Kami­ner. Lesen Sie mehr

Übersetzungspreis für Karibikspezialistin Beate Thill

Der Inter­na­tio­nale Lite­ra­tur­preis - Haus der Kultu­ren der Welt ging im Juni 2014 an den haitianisch-kanadischen Autor Dany Lafe­rierre und die Über­set­ze­rin Beate Thill für den aus dem Fran­zö­si­schen über­tra­ge­nen Roman “Das Rätsel der Rück­kehr” (Wunder­horn). Beate Thill über­setzt seit 30 Jahren Romane, zumeist aus Afrika und der Kari­bik. Zu Anfang ihrer Karriere arbei­tete sie als Redak­teu­rin und berich­tete über die Dritte Welt, bis ihr Zwei­fel daran kamen, ob das der beste Weg sei, Soli­da­ri­tät zu fördern. Statt­des­sen nahm sie sich vor, „die Lite­ra­tur zugäng­lich zu machen, also zu über­set­zen.“  Lesen Sie weiter